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WM 2026

Fontaines 13-Tore-Rekord im Visier: Messi, Haaland und Mbappé jagen die 68 Jahre alte Bestmarke

Just Fontaine erzielte bei der WM 1958 in Schweden 13 Tore in sechs Spielen. 68 Jahre spaeter jagen Messi (8), Haaland und Mbappé (je 7) die Uralt-Bestmarke.

Von Nina Hartmann 09. Juli 2026

Lionel Messi jubelt nach seinem Treffer im WM-2026-Gruppenspiel Argentinien gegen Jordanien am 27. Juni 2026 im Dallas Stadium in Arlington - vor den Viertelfinals fuehrt der Argentinier die Torjaegerliste mit acht Toren an und liegt fuenf Treffer hinter Just Fontaines Rekordmarke aus dem Jahr 1958. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Fuer Just Fontaine sollte es 1958 in Schweden eigentlich nur die zweite Wahl sein. Der 24-jaehrige Stuermer von Stade Reims rueckte fuer den verletzten Rene Bliard in Frankreichs Kader nach, teils in Fussballschuhen, die ihm ein Teamkollege lieh. Am Ende schoss er in sechs Spielen 13 Tore - und schnuerte damit einen Rekord fuer die Ewigkeit. Vor den Viertelfinals der WM 2026 jagen erstmals seit Jahrzehnten wieder mehrere Angreifer die Marke: Lionel Messi fuehrt mit acht Treffern, Erling Haaland und Kylian Mbappé stehen bei je sieben, Harry Kane lauert mit sechs. Fuer das Quartett bleiben maximal drei Spiele.

Just Fontaines Ausnahme-WM 1958

Fontaine, geboren am 18. August 1933 in Marrakesch im damaligen franzoesischen Marokko und im Maerz 2023 in Toulouse verstorben, kam bei der WM in Schweden auf eine Turnier-Ausbeute, die statistisch bis heute unerreicht ist. In sechs Spielen erzielte er 13 Tore - eine Quote von 2,17 Treffern pro Partie. Kein Turniertorjaeger hat diese Kadenz seither wiederholt.

Frankreichs Weg bei jener WM 1958:

SpielGegnerErgebnisFontaines Tore
VorrundeParaguay7:33
VorrundeJugoslawien2:32
VorrundeSchottland2:11
ViertelfinaleNordirland4:02
HalbfinaleBrasilien2:51
Spiel um Platz 3Bundesrepublik6:34

Die vier Tore im Spiel um Platz 3 am 28. Juni 1958 im Ullevi-Stadion in Goeteborg gegen die Bundesrepublik von Trainer Sepp Herberger stehen bis heute in der WM-Datenbank. Fontaine kam in nur einer einzigen WM-Endrunde zum Einsatz und rangiert dennoch auf Rang fuenf der Allzeit-WM-Torschuetzenliste. Seine Karriere endete verletzungsbedingt mit erst 28 Jahren; fuer Frankreich traf er in 21 Laenderspielen 30-mal.

Der Zwischenstand vor den Viertelfinals

Nach dem Achtelfinale fuehrt Lionel Messi das Rennen um den Goldenen Schuh 2026 an. Die Top vier stehen so eng beieinander wie zuletzt vor dem Fall der Klose-Marke:

SpielerNationWM 2026Naechstes SpielRest maximal
Lionel MessiArgentinien8So 12.07. Schweiz (Kansas City, 03:00 MESZ)3
Erling HaalandNorwegen7Sa 11.07. England (Miami, 23:00 MESZ)3
Kylian MbappéFrankreich7Do 09.07. Marokko (Boston, 22:00 MESZ)3
Harry KaneEngland6Sa 11.07. Norwegen (Miami, 23:00 MESZ)3

Zahlen: sportschau-Liveblog vom 9. Juli 2026, gestuetzt auf die Turnierberichte im Newsstream. Der offizielle FIFA-Live-Zaehler auf fifa.com/de aktualisiert nach jedem Spiel. Beim Duell in Miami stehen sich am Samstag mit Haaland und Kane zwei direkte Konkurrenten gegenueber; der Sieger nimmt in Sachen Torjaeger-Jagd viel Wucht in die naechste Runde mit.

Was das Quartett noch braucht

Fuer Messi bleibt die realistischste Rechnung: fuenf Treffer bis zum Einstellen der Marke, sechs fuer den alleinigen Rekord. Der 39-Jaehrige hat in dieser WM den Comeback-Erfolg gegen Aegypten veredelt und war beim 3:2 nach Verlaengerung gegen Kap Verde mit seinem siebten Turniertor der Man of the Match. Zwei Treffer pro Spiel ueber drei Partien - Fontaines Kadenz - waeren fuer einen Kapitaen dieses Alters ein Ausnahmezustand.

Erling Haaland hat bei der 1:2-Niederlage Brasiliens gegen Norwegen im Achtelfinale einen Doppelpack aufgelegt und liegt bei sieben Turniertoren. Kylian Mbappé kam zuletzt gegen Paraguay per Elfmeter zum siebten Treffer und ist heute Abend in Boston der erste des Quartetts, der wieder ran muss - beim ersten Viertelfinale gegen Marokko im Gillette Stadium. Harry Kane, in der 2:3-Achtelfinal-Zitterpartie gegen Mexiko per Elfmeter zum sechsten Treffer gekommen, braeuchte fuer eine reelle Rekord-Chance sofort einen Doppelpack in Miami.

Alle vier haben in ihren jeweils fuenf Spielen bis hierher zwischen 1,2 und 1,6 Toren pro Partie erzielt. Fontaines 2,17 zu erreichen, verlangte eine Torkadenz, die selbst den staerksten Angreifer der Neuzeit uebersteigt.

Warum die Marke seit 1958 stabil geblieben ist

Zwei Faktoren erklaeren, warum Fontaines Rekord seit 68 Jahren steht.

Erstens der Turnier-Modus. 1958 traten 16 Mannschaften an, Halbfinalisten spielten sechs Partien. Die Torschnitt-Werte lagen in Schweden bei 3,60 pro Spiel - fuer 2026 stehen nach 96 Spielen bis zum Viertelfinale noch 3,10 auf der Anzeige. Weniger offene Duelle, staerkere Defensivstruktur, tiefere Kader-Rotation: alles Faktoren, die einzelne Zwei-Tore-Spiele beguenstigen, aber eine 13-Tore-Turniersolo verhindern.

Zweitens die Konkurrenz im eigenen Team. Der Torschuetzenkoenig einer WM erzielt heute typischerweise sechs bis neun Treffer. Mbappé holte 2022 in Katar mit acht den Goldenen Schuh, James Rodriguez 2014 in Brasilien mit sechs, Miroslav Klose 2006 in Deutschland mit fuenf. Selbst Gerd Muellers zehn Tore bei der WM 1970 blieben drei unter Fontaines Marke. Wer heute vorne staerker rotiert (Frankreichs Doue, Barcola und Kolo Muani; Argentiniens Alvarez, Julian und Lautaro Martinez), verteilt die Chancen breiter - weniger Solo-Kadenz.

Und drittens die Motivation. Fontaine spielte 1958 im Spiel um Platz 3 mit vollem Einsatz weiter, obwohl das Endspiel fuer Frankreich unerreichbar war. Ein Spiel um Platz 3 gilt in der Neuzeit als Karriere-Nebenschauplatz - noch ein Grund, warum die 13 stabil bleiben. Sollte einer aus dem Quartett noch drei Spiele haben und im Torrausch bleiben, wuerde er einen der laengsten Individual-Rekorde der Fussballgeschichte einholen. Wahrscheinlich ist es nicht. Aber Just Fontaine, geboren in Marrakesch und 2023 gestorben, haette den Wettlauf mit Sicherheit gerne gesehen.

Autor

Nina Hartmann

Redakteurin Frauenfußball & Analyse

Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.

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