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Frauenfußball

DFB-Frauen: Wück nominiert 24 Spielerinnen, Neuling Lisa Baum erstmals dabei, Ann-Katrin Berger pausiert

Wück beruft 24 Spielerinnen für Tests gegen Australien (9.10. Karlsruhe) und Japan (13.10. Bremen). Arsenal-Neuling Baum debütiert, Berger pausiert, Gwinn ist zurück.

Von Nina Hartmann 29. September 2026

Bundestrainer Christian Wück im UEFA-Women's-Nations-League-Finale Deutschland gegen Spanien am 28.11.2025. Für die Länderspielperiode Oktober 2026 (Australien in Karlsruhe, Japan in Bremen) beruft er am 29. September ein 24-köpfiges Aufgebot mit Debütantin Lisa Baum und ohne Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger (Foto: Actionpress). Foto: Actionpress via SmartFrame

Bundestrainer Christian Wück hat am Dienstag, 29. September 2026 sein 24-köpfiges Aufgebot der DFB-Frauen für die beiden Länderspiele der Oktober-Periode bekanntgegeben. Zentrale personelle Nachrichten: Der 19-jährige Arsenal-Flügelstürmerin Lisa Baum feiert ihre erste A-Nominierung, Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger pausiert in Absprache mit dem Trainerteam, und Kapitänin Giulia Gwinn ist nach der Schulter-Zwangspause zurück. Die beiden Testspiele gegen Australien am 9. Oktober in Karlsruhe und Japan am 13. Oktober in Bremen sind der erste konkrete Vorbereitungsblock nach der geschafften Direktqualifikation für die Frauen-WM 2027 in Brasilien.

Der Rahmen - zwei Testspiele in fünf Tagen

Die Bekanntgabe des Kaders am frühen Nachmittag folgt der bereits Ende Juli fixierten Terminstruktur der Oktober-Periode. Es geht um zwei Testspiele gegen die beiden Finalistinnen des AFC Women’s Asian Cup 2026, die Wück gezielt als Vorbereitungs-Kalibrierung ausgewählt hatte.

DatumAnstoßBegegnungStadionTV
Fr 9. Okt 202620:30Deutschland - AustralienBBBank Wildpark KarlsruheZDF
Di 13. Okt 202617:45Deutschland - JapanWeserstadion BremenARD / sportschau.de

Anders als noch beim Juni-Kader für die Quali-Endphase gegen Norwegen und Slowenien steht dieses Aufgebot unter keinem Punktezwang mehr. Nach dem 2:0 in Köln gegen Norwegen ist das WM-Ticket für Brasilien 2027 seit Juni gebucht - Wück darf die beiden Oktober-Termine als reines Experimentierfeld nutzen.

Lisa Baum - vom HSV über Leipzig zu Arsenal, jetzt ins A-Team

Die Personalie mit dem grössten Neuwert des Tages heisst Lisa Baum. Die 19-Jährige wurde am 26. November 2006 in Daressalam in Tansania als Tochter eines deutschen Vaters und einer tansanischen Mutter geboren und kam im Alter von vier Jahren nach Deutschland. Ihre sportliche Ausbildung durchlief sie in den norddeutschen Vereinsstrukturen, ehe sie zwischen 2022 und 2025 beim Hamburger SV spielte, zur Saison 2025/26 zu RB Leipzig wechselte und im Juli 2026 den Sprung zum FC Arsenal in die englische Women’s Super League vollzog.

Der Ligastart war ein sofortiges Ausrufezeichen: Bei ihrem WSL-Debut am 6. September 2026 traf Baum beim 2:1-Auftaktsieg des FC Arsenal gegen Brighton & Hove Albion vom Anpfiff weg zur Führung. Wück begründete die Nominierung genau mit dieser Kombination aus Vorbereitung und Saison-Start: “Lisa hat sich mit guten Leistungen in der Vorbereitung und in den ersten vier Saisonspielen bei Arsenal in unseren Kader gespielt.” Und weiter zur Rollen-Passung: “Sie ist als Linksfuß für uns gerade in der Defensive sehr wertvoll.”

Für die deutschen Nachwuchs-Verbandsstrukturen ist Baum keine Unbekannte - sie hat U-16, U-17, U-19, U-20 und U-23 durchlaufen und stand bei der U-20-WM 2024 im DFB-Kader, der bis ins Viertelfinale kam.

Berger pausiert - “in Absprache mit dem Trainerteam”

Der zweite Personal-Kern des Tages ist das Fehlen von Ann-Katrin Berger. Die 35-jährige Torhüterin von Gotham FC in der NWSL, seit den Olympischen Spielen 2024 die klare Nummer 1 im DFB-Tor und im EM-2025-Halbfinale gegen Frankreich mit einem gefeierten Elfmeter-Reflex in die Turnier-Historie geschossen, ist erstmals seit langer Zeit nicht im Aufgebot. Der DFB kommuniziert dazu lediglich, dass die Pause “in Absprache mit dem Trainerteam” erfolge. Einen Verletzungs- oder Krankheitsanlass nennt weder die Verbands-Mitteilung noch die Berichterstattung von sportschau und kicker.

Berger, die zuletzt im November 2025 mit Gotham FC den NWSL-Titel geholt hatte und dabei den Titel als NWSL-Goalkeeper-of-the-Year 2024 bestätigte, kommt aktuell auf 34 A-Länderspiele. Als Ersatzoptionen im Tor stehen Wück für die Oktober-Woche die etablierte Ena Mahmutovic (FC Bayern) und die erstmals berufene Laura-Johanna Dick (TSG Hoffenheim) zur Verfügung.

Die Rückkehrerinnen - Gwinn zurück, Schulze Solano wieder da

Neben Baum als Debütantin dominieren zwei Rückkehr-Nachrichten die Kader-Zeile. Erstens: Kapitänin Giulia Gwinn (FC Bayern) ist nach der Zwangspause um ihre Schulter zurück - die Verletzungshistorie hatte bereits Anfang Juni die Zusammenstellung des Quali-Kaders um Norwegen und Slowenien diktiert. Zweitens: Bibiane Schulze Solano (Athletic Bilbao) ist erstmals seit November 2025 wieder dabei, nachdem sie eine längere Verletzungspause überstanden hat. Die Innenverteidigerin hatte im Spanien-Klub den vollen Trainings-Zyklus absolviert und liefert Wück eine linksfüßige Defensiv-Option, die zuletzt gefehlt hatte.

Auch Franziska Kett (FC Bayern) und Cora Zicai (VfL Wolfsburg) sind wieder Teil des Aufgebots. Damit stellt Wück nach dem Juni-Doppel-Kader eine neue Balance her: mehr Rotation auf den Aussenbahnen, ein breiterer Kern in der Innenverteidigung, zwei Torhüterinnen ohne Berger.

Wer fehlt - die Verletzten-Liste

Verletzungsbedingt nicht dabei sind laut DFB-Zusammenfassung drei Namen: Kathrin Hendrich (1. FC Köln), Rebecca Knaak (Manchester City) und Nicole Anyomi (London City), die noch in der Reha-Phase steckt. Der Ausfall Hendrichs wiegt strukturell, weil sie im Juni-Kader eine der fünf viel-beachteten Rückkehrerinnen war und in der Innenverteidigung als erfahrene Referenz gilt. Die verletzungsfreie Rückkehr Schulze Solanos federt den Effekt zumindest auf einer Position ab.

Was die Personalentscheidungen für die Australien-Japan-Woche bedeuten

Der taktische Subtext der Bekanntgabe ist erkennbar: Wück nutzt den Post-Quali-Slot, um in acht Trainingstagen und zwei Spielen breit zu experimentieren, ohne dass ein Ergebnisverlust sportliche Konsequenzen für die WM-Route hätte. Baum bringt Tempo und einen linken Fuß fürs Umschaltspiel, Dick eine zusätzliche Torhüterinnen-Option unter WM-Bedingungen, Schulze Solano eine verletzungsfrei zurückgekehrte Innenverteidigerin.

Der Perspektivkader für Brasilien 2027 bekommt damit an zwei Positionen unmittelbar neue Datenpunkte: linke Aussenbahn (Baum) und Innenverteidigung (Schulze Solano). Die grösste offene Frage bleibt die Torhüterinnen-Frage: Ist die Berger-Pause eine einmalige Rotation oder der Beginn einer Positions-Diskussion vor dem WM-Winter-Lehrgang? Die Antwort wird der November-Termin bringen. Für den Fan zählt jetzt zunächst: Freitag 9. Oktober Karlsruhe, Dienstag 13. Oktober Bremen - und ein Kader, der so früh wie seit langem nicht mehr experimentell zugeschnitten ist.

Autor

Nina Hartmann

Redakteurin Frauenfußball & Analyse

Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.

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