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WM 2026

FIFA-Rat am Donnerstag in Zuerich: Tagesordnung mit 25 Mio. USD pro Verband und Friedenspreis fuer Trump

Donnerstag 11 Uhr tagt der FIFA-Rat in Zuerich. Vier TOPs plus 15 Mio. USD Zusatz-Zahlung pro Verband bis 2030 - sportschau zur Agenda vor UEFA-Treffen.

Von Die Redaktion 14. Oktober 2026

Istanbul, Besiktas Park, 20.05.2026: UEFA-Praesident Aleksander Ceferin nach dem Europa-League-Finale SC Freiburg vs. Aston Villa. Rund fuenf Monate spaeter fuehrt Ceferin die acht UEFA-Vertreter in den Donnerstag-FIFA-Rat in Zuerich (Foto: Cody Froggatt / SportImage). Foto: SportImage via SmartFrame

▍ FIFA / POST-WM 2026 · 14.10.2026 · 18:37 UHR - 17 Stunden vor der FIFA-Rat-Sitzung in Zuerich hat die sportschau am Mittwochabend die offizielle Tagesordnung des Donnerstag-Treffens skizziert - und erstmals eine Zahl veroeffentlicht, die den Charakter der Sitzung ueber die ohnehin erwartete UEFA-Opposition hinaus praegt. Bis zur WM 2030 sollen laut dem Bericht pro einen der 211 FIFA-Mitgliedsverbaende zusaetzlich 15 Millionen US-Dollar fliessen, oben auf die bereits eingeplanten 10 Millionen - rechnerisch 25 Millionen US-Dollar pro Verband als Finanz-Antwort auf die UEFA- und CONCACAF-Kritik an der Verteilungs-Logik des Weltverbands. Begleitet wird die Finanzzahl von einer vollgepackten Agenda mit vier Punkten, die in dieser Dichte in keiner der jaengsten Infantino-Governance-Chapter beisammen standen. Erst 48 Stunden zuvor war die US-Steuerunterlagen-Verguetungs-Recherche der ‘Times’ zu 1,76 Mio. USD aus dem WM-Organisationsgremium FWC2026 oeffentlich geworden.

Donnerstag 11 Uhr Zuerich: acht UEFA-Vertreter unter Druck

Die FIFA-Rat-Sitzung beginnt am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 11 Uhr in der FIFA-Zentrale in Zuerich. Es ist die erste grosse Sitzung des FIFA-Rats seit April 2026 und damit das erste direkte Aufeinandertreffen der acht europaeischen UEFA-Vertreter mit Gianni Infantino seit dem Rueckzug des Investorenprojekts FIFA Forward Enterprise Ende Juli. Namentlich bestaetigt sind nach der sportschau UEFA-Praesident Aleksander Ceferin und DFB-Praesident Bernd Neuendorf; die weiteren sechs europaeischen Namen fuehrt der Vorbericht nicht auf. Die sportschau fasst die Lage knapp zusammen: “Die Stimmung und die Tagesordnung sind geladen.”

Geladen ist die Tagesordnung tatsaechlich - und sie wird im sportschau-Vorbericht so pointiert aufgefaechert, dass sich der Donnerstag-FIFA-Rat als Zaesur-Termin lesen laesst. Der neu bekannt gewordene US-Vergütungs-Komplex der britischen ‘Times’ und das New-York-Times-Lemonde-Chapter zum Trump-Tower-Buerobaustein kommen auf eine Agenda, die Infantino selbst in der Rabat-Krisensitzung Anfang September mit dem Zugestaendnis vorbereitet hatte, einen FFE-Review-Report nachzureichen; dieser Report ist am Donnerstag offizieller Verhandlungsgegenstand. In Berlin hatte der DFB-Praesident Neuendorf am 8. Oktober klargestellt, “die Person an der Spitze, die repraesentiert, wie die FIFA sich heute praesentiert, muss ersetzt werden” - eine Linie, die er schon zwei Wochen vorher nach dem Thessaloniki-Spiel bei RTL und ntv in nahezu identischem Wortlaut vertreten hatte.

Vier konkrete TOPs - FFE, Balogun, Friedenspreis, Verbandsfuehrung

Die sportschau zaehlt vier Punkte, die am Donnerstag formell zur Verhandlung kommen. Erstens die Nachbereitung des gescheiterten Investorenprojekts FIFA Forward Enterprise einschliesslich des von Infantino in Rabat zugesagten Review-Reports. Das Projekt war Ende Juli nach dem UEFA- und CONCACAF-Boykott-Beschluss zurueckgezogen worden; der Review-Report war eines der konkreten Zugestaendnisse der Rabat-Krisensitzung.

Zweitens der Umgang mit der ausgesetzten Sperre gegen den US-Stuermer Folarin Balogun. Die Hintergruende zum Fall fuehrt der sportschau-Vorbericht nicht weiter aus; dass die FIFA-Disziplinar-Lage eines US-Nationalspielers im FIFA-Rat landet, markiert fuer die US-Co-Gastgeber-Perspektive der WM 2026 einen offenen Vorgang.

Drittens der FIFA-Friedenspreis, den Infantino US-Praesident Donald Trump ueberreicht hatte und der laut sportschau nun “offizieller Diskussionspunkt” sein wird. Die Verleihung war intern wie extern kontrovers und war im September bereits Gegenstand einer Fairsquare-Ethik-Beschwerde gegen Infantinos Trump-Naehe bei der FIFA-Ethikkommission.

Viertens die Reformvorschlaege zur Verbandsfuehrung, die die UEFA bei ihrer Berliner Sitzung am 8. Oktober mit 55 zu 1 Stimmen beschlossen hatte (Ausnahme Aserbaidschan). Dieses Paket adressiert Governance, Entscheidungsstrukturen, Aufsicht und Finanz-Verteilung. Besonders geladen soll laut sportschau der sechste TOP sein.

Das Finanz-Zugestaendnis: 25 Millionen USD pro Verband bis zur WM 2030

Die zentrale Zahl des sportschau-Vorberichts ist jene zu den Verbandszahlungen. Bis zur WM 2030 sollen pro Nationalverband zusaetzlich 15 Millionen US-Dollar fliessen, “zu den schon eingeplanten 10 Millionen” - das heisst in Summe 25 Millionen US-Dollar pro der 211 FIFA-Mitgliedsverbaende bis zum Spanien/Portugal/Marokko-Turnier. Die Hochrechnung ergibt eine Gesamtsumme von rund 5,275 Milliarden US-Dollar fuer die Verteilungs-Linie bis 2030.

Die FIFA-Reserven, die der Weltverband zuletzt mit rund sechs Milliarden US-Dollar auswies, waren in der UEFA- und CONCACAF-Debatte seit Juli ein wiederkehrender Punkt gewesen. In dem von 211 Verbaenden adressierten Reformbrief, mit dem Infantino Ende August externe Untersuchung und Verteilungs-Diskussion skizzierte, hatte er bereits die Richtung aufgenommen, dass eine Antwort auf die Verteilungs-Kritik ueber hoehere pro-Verband-Zahlungen zu erwarten sei. Mit der 15-Mio-Zahl ist diese Richtung am Donnerstag erstmals konkret.

Ob die Verteilungs-Zahl ausreicht, um die am Donnerstag versammelte UEFA-Opposition zu daempfen, laesst sich zwei Tage vor der Sitzung schwer sagen. Ceferin hatte selbst eine Kandidatur zur Praesidentschaft in einem Podcast-Interview explizit ausgeschlossen; UEFA-genannte Namen wie Victor Montagliani und Salman bin Ibrahim Al Khalifa sind bis Donnerstag nicht formell eingereicht.

Was der Donnerstag fuer den Praesidentschafts-Kalender bedeutet

Der FIFA-Kongress waehlt im Maerz 2027 in Rabat den neuen FIFA-Praesidenten. Die Nominierungsfrist fuer Gegenkandidaten endet am 18. November 2026 - gut fuenf Wochen nach dem Donnerstag-FIFA-Rat. Infantino selbst hatte seine Wiederwahl-Absicht bereits ueber einen FIFA-Sprecher in Katowice bestaetigen lassen; der Rabat-Krisensitzung mit Wenger und Grafstroem folgten im September und Anfang Oktober die Chapter zur UEFA-Reformsitzung in Berlin, zur Fairsquare-Beschwerde und zur US-Verguetungs-Enthuellung der ‘Times’.

Der Donnerstag-FIFA-Rat ist in dieser Lage der konkrete Buehnentermin, bei dem die vier Agenda-Punkte und die 15-Mio-Zahl zusammenkommen. Welche Punkte am Ende tatsaechlich beschlossen werden - und welche in Protokollform festgehalten, aber nicht abgestimmt werden - stand bis zur Veroeffentlichung des sportschau-Vorberichts am Mittwochabend noch nicht fest. Weitere praktische Hintergruende zur politischen Lage um die FIFA-WM 2026 stehen auf der Themenseite WM 2026 USA-Reise und politisches Umfeld.

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Die Redaktion

fussballweltmeisterschaft.online

Das Redaktionsteam von fussballweltmeisterschaft.online berichtet rund um die Fußball-Weltmeisterschaft - von der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko über die DFB-Auswahl bis zur WM-Geschichte und den Nationalmannschaften der Welt.

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