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WM 2026

Trump bleibt bei Rodris Pokal-Uebergabe im Bild: Der Chelsea-Reprise nach dem WM-Finale 2026

US-Praesident Donald Trump verewigt sich bei der Pokal-Uebergabe an Rodri im spanischen Siegerfoto. Pfiffe, Chelsea-Reprise, Infantino dirigiert weg.

Von Marco Feldmann 20. Juli 2026

East Rutherford, 19. Juli 2026, 18:43 Uhr Ortszeit: FIFA-Praesident Gianni Infantino und US-Praesident Donald Trump uebergeben Rodri den 18-karaetigen WM-Pokal. Trump blieb im Anschluss auf dem Podest stehen und wurde Teil des spanischen Siegerfotos - eine direkte Wiederholung der Zeremonie beim Klub-WM-Endspiel am 13. Juli 2025 im selben Stadion (Foto: Zuma Press Wire). Foto: Zuma Press via SmartFrame

Rodri hebt den 18-karaetigen Pokal. Zwischen dem Kapitaen und der spanischen Mannschaft steht - und bleibt stehen - US-Praesident Donald Trump. So hat das WM-Finale 2026 am Sonntagabend im MetLife Stadium um 18:43 Uhr Ortszeit geendet, und die Bilder, die von der Pokal-Zeremonie um die Welt gehen, sind eine bemerkenswert exakte Wiederholung eines Ereignisses, das sich vor genau 372 Tagen im selben Stadion abgespielt hat: Chelsea gegen Paris, Klub-WM-Endspiel, Reece James mit Pokal, Trump auf der Buehne.

Der Kontext des Spiels ist an anderer Stelle abgehandelt: Spanien hat Argentinien 1:0 nach Verlaengerung besiegt, Ferran Torres traf in der 106. Minute. Was in den ersten Stunden nach dem Abpfiff aber ebenso viel Aufmerksamkeit bekommt wie das Tor selbst, ist eine Regie-Frage: Wem gehoert die Buehne der Siegerehrung?

Pfiffe beim Rasenbetreten, Melania in der Loge, Trump am Bildrand

Als Trump und FIFA-Praesident Gianni Infantino den Rasen des MetLife Stadium betreten, empfangen sie laut sportschau und handelsblatt lautstarke Pfiffe aus einem Teil der 82.500 Zuschauer. Fuer Trump ist das der erste Auftritt in einem WM-Stadion ueberhaupt - er hat waehrend der sechs Turnier-Wochen kein einziges der ersten 103 Spiele im Stadion verfolgt, sondern nur das 104. Die Loge, aus der er in der ersten und zweiten Halbzeit das Spiel verfolgt hat, teilt er sich mit Ehefrau Melania Trump zu seiner Linken und mit Infantino zu seiner Rechten.

Um 18:43 Uhr Ortszeit tragen Infantino und Trump gemeinsam den auf einem Sockel platzierten Coupe du Monde auf die kleine Buehne im Mittelkreis. Kapitaen Rodri, gerade zum Spieler des Turniers gewaehlt, empfaengt den Pokal - Trump am rechten Bildrand, Infantino am linken. So weit ist die Choreographie Standard.

Yamal und Torres bemueht, weiterzufeiern - Infantino muss Trump am Ende sanft wegdirigieren

Der Bruch mit der Choreographie kommt eine Sekunde spaeter. Trump bleibt auf der Buehne. Trump klatscht. Trump gibt Daumen-hoch-Signale in die Kameras. Trump klopft Lamine Yamal und Ferran Torres auf den Ruecken. Als Rodri den Pokal in die Hoehe stemmen will, steht der US-Praesident direkt neben ihm im Bild.

Die spanischen Spieler, so schildert es die britische Boulevard-Website unilad, wirken irritiert, feiern aber mit den Spanien-Fahnen weiter, waehrend goldenes Konfetti auf sie herabfaellt. Ferran Torres, der Matchwinner der 106. Minute, versucht mit einer Fahnen-Umarmung die Kamera-Perspektive so zu drehen, dass die Mannschaft im Vordergrund steht - Trump bleibt trotzdem im Bild-Zentrum. Erst nach einer laengeren Sequenz, in der die spanische Mannschaft sichtbar auf die Freigabe der Buehne wartet, dirigiert Infantino Trump mit einer Handbewegung Richtung Rand. Trump verlaesst schliesslich mit dem FIFA-Praesidenten die Buehne. Die spanischen Spieler koennen die klassische Zeremonial-Pose mit dem in die Hoehe gestemmten Pokal nachholen.

Die Medaillen an beide Mannschaften - Gold fuer Spanien, Silber fuer Argentinien - haben Trump und Infantino zuvor gemeinsam verteilt, wie das handelsblatt berichtet.

Der Chelsea-Reprise: MetLife-Stadium schon zweimal in 12 Monaten mit Trump-Siegerfoto

Wer die Szene am Sonntagabend erlebt, denkt an ein anderes Datum: den 13. Juli 2025. Chelsea gewinnt am selben Ort das Endspiel der ersten aufgestockten Klub-WM gegen Paris Saint-Germain 3:0. Trump und Infantino uebergeben den Pokal an Reece James. Trump bleibt danach auf der Buehne, Chelsea-Torwart Robert Sanchez gibt James mit einer Handbewegung das Signal, den Pokal trotzdem in die Hoehe zu stemmen. Chelsea-Star Cole Palmer sagt tags darauf in der Pressekonferenz: “Ich wusste, dass er hier sein wuerde. Aber ich wusste nicht, dass er beim Pokalheben auf der Buehne stehen wuerde. Das hat mich etwas verwirrt.”

Chelsea entscheidet sich am Abend danach, die offiziellen Social-Media-Bilder aus einer Perspektive zu zeigen, in der Trump im Hintergrund verschwindet. Die konservative US-Blogger-Szene wittert Bildmanipulation, das Faktencheck-Portal Snopes stellt fest: Chelsea hat Trump nicht wegretouchiert, sondern eine spaetere Feier-Sequenz ohne den US-Praesidenten fuer die eigenen Kanaele gewaehlt.

Zwischen dem 13. Juli 2025 (Chelsea) und dem 19. Juli 2026 (Spanien) liegen 372 Tage - und dasselbe Podest, dasselbe Muster. Von der argentinischen Seite gibt es aehnliche Bilder nicht, weil Argentinien als Vize-Weltmeister die Silbermedaillen entgegennimmt und danach das Feld raeumt.

Trump-Tower-O-Ton: “Dachte, wir waeren kein Fussball-Land”

Nach der Zeremonie fliegt Trump per Hubschrauber zurueck nach Manhattan. Im Trump Tower sagt er laut sport1: “Ich dachte, wir waeren kein Fussball-Land. Es hat sich herausgestellt, dass wir es doch sind. Ich glaube, das wird so weitergehen.”

Der US-Praesident bringt in der gleichen Ansprache noch einen Gedanken ins Spiel: Man solle die naechste WM erneut in die USA holen - “und diesmal lassen wir Mexiko und Kanada weg”. Das ist auf mehreren Ebenen unrealistisch. Die WM 2030 ist an Spanien, Portugal und Marokko vergeben, plus die drei Jubilaeums-Eroeffnungsspiele in Argentinien, Uruguay und Paraguay. Die WM 2034 findet in Saudi-Arabien statt. Frueher als 2038 kaeme eine US-WM realistisch nicht in Betracht - dann waere Trump 91 Jahre alt.

Wie ordnet sich der Zwischenfall in die Trump-Turnier-Bilanz ein

Der Zwischenfall vom Sonntagabend ist nicht die erste Trump-WM-Geschichte. Die Bilanz des US-Praesidenten fuer dieses Turnier laesst sich in vier Etappen erzaehlen: Erstens der Fall Balogun, in dem Trump die FIFA zur Aufhebung einer Roten Karte gegen den US-Stuermer gedraengt hat und Belgiens Verband danach rechtliche Schritte angekuendigt hat. Zweitens die ESTA/Visa-Politik unter seiner Administration, die mehrere Delegations-Mitarbeiter der WM-Teilnehmer nicht rechtzeitig in die USA gelangen liess - vom Elfenbeinkueste-Fanbus bis zu den iranischen Funktionaeren. Drittens die Trump-Einladung an die mexikanische Praesidentin Sheinbaum zum Finale, die Sheinbaum abgelehnt hat. Und viertens jetzt das Siegerfoto.

Das Muster ist konsistent: Trump nutzt die Turnier-Buehne fuer Sichtbarkeit, wo sie ihm angeboten wird - und wo sie ihm nicht angeboten wird, nimmt er sie sich. Fuer die FIFA ist das eine zwei-schneidige Regie-Frage. Infantino hat mit dem Trump-Deal die reibungslose Abwicklung eines US-Grossturniers erkauft; der Preis sind Zeremonial-Momente, in denen der Gastgeber sich Bilder aneignet, die dem Weltmeister gehoeren sollen.

Rodri, Ferran Torres und die spanische Mannschaft werden nicht in Erinnerung behalten, dass Trump auf ihrer Buehne stand. Sie werden in Erinnerung behalten, dass sie nach 2010 zum zweiten Mal Weltmeister sind und dass Torres in der 106. Minute den Ball nach einer Vorlage des Turniers-Besten Rodri im Netz versenkt hat. Aber das Foto, das die Bild-Regie am Sonntag nach 22 Uhr Ortszeit um die Welt geschickt hat, zeigt Rodri mit Pokal - und Trump im Bild.

Wie schon vor 372 Tagen.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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